Kirmes 2017

Back to the roots – zurück auf Anfang

So oder so ähnlich könnte die diesjährige Kirmes in Ichtershausen betitelt werden. 2002 hat im Bürgerhaus beim Manni alles angefangen -  2017 sind wir in diese heiligen Hallen zurückgekehrt.

 

 

Die Kirmesgesellschaft hatte sich im Vorfeld gegen eine erneute Zeltkirmes entschieden, da die Strapazen in der Aufbauwoche und der ungnädige Wettergott mächtig an der Moral der Truppe gezerrt haben. Es sollte eine Kirmes mit einem Dach über dem Kopf werden, das nicht erst in schwerer Handarbeit aufgebaut und im Nachhinein wieder abgebaut werden muss. Es sollte auch eine Kirmes ohne das ständige Begleitgeräusch der Regentropfen auf dem Zeltdach werden – kurzum ein Saal musste her. Leichter gesagt als getan.  Nerven- und kräftezehrende Vorbereitungswochen, in denen ein Ende der Kirmestradition in Ichtershausen immer nur einen Schritt entfernt war, haben letztendlich doch zu einem guten Ende geführt.

 

Kirmesvater André Meckel konnte in diesem Jahr 10 Kirmespaare zum Einmarsch anführen, eine beträchtliche Anzahl zieht man die Größe des Saals in Betracht. Doch Platz ist in der kleinsten Hütte und so wurde diese am Donnerstagabend mit vielen helfenden Händen festlich hergerichtet. Tische wurden geschoben, Stühle von dort nach hier und wieder zurück getragen, ein bissl Deko hier und da angebracht und schon konnten die Generalproben mit anschließendem Bratwurst- und Biergenuss beginnen. Der Klang der Musikanlage musste im neuen Kirmesdomizil natürlich auch ausgiebigst getestet werden, so dass die Zeiger der Uhr dann doch schon ein gutes Stück in den Freitag gerückt waren, als das Licht im Saal gelöscht wurde.

 

Wieder angemacht wurde das Licht dann am Freitag Spätnachmittag als auf dem Programm der Gesellschaft der Fototermin anstand. Baumi, unser Fotomann, setzte erst alle Paare einzeln gut in Szene, um im schwindenden Tageslicht noch ein paar Gruppenfotos zu machen. Dann war es auch schon soweit. DJ Alexx drehte die Musik auf, aus den Boxen ertönte feinste 90er-Jahre Musik und die feierwütigen Gäste kamen in Strömen.  Alle tanzten zu Macarena, Cotton Eye Joe und Mr. Vain, auch die lauten Hyper Hyper-Rufe von Scooter erfreuten das Publikum. Kurz vor Mitternacht war es dann soweit, die Kirmesgesellschaft machte sich fertig für ihren Programmpunkt und der Einlass meldete: Obergrenze der zulässigen Besucherzahl erreicht – die kleine Hütte somit voll.  Im Saal war die Stimmung am Kochen. Die Party war einfach GROß!!!! Gegen 2 musste dem Ganzen ein Ende gesetzt werden, die Besucher verabschiedeten sich nach und nach  und  im frühen Morgengrauen konnten die Lichter im  Saal wieder gelöscht werden.

 

Nicht lange danach öffnete sich die Tür zum Bürgerhaus schon wieder – die Kirmesgesellschaft traf sich zum gemeinsamen Frühstück mit anschließendem Großreinemachen. Bei bester Stimmungsmusik aus der Konserve wurden die Schrubber und Putzlappen geschwungen und die Zeugnisse der letzten Partynacht beseitigt, denn der Kindertanz am Nachmittag stand quasi schon vor der Tür. Die Kleinsten ließen sich nicht lange bitten und so war die Kinderparty mit Musik, Tanz und Spielen gegen 3 auch schon in vollem Gange. Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel ließen sich Kaffee und Kuchen gut schmecken, während  sich die Kirmesgesellschaft beim Mohrenkopfwettessen, Zeitungstanz, Stuhltanz und natürlich bei der Laurentia prächtig mit den Kleinen amüsierte. Der von vielen liebgewonnene Ringelschwanztanz und  Tschu-Tschu-Wah brachten das Publikum dann auch zum Schmunzeln. Die Zeit verging rasend schnell und schon war es 17 Uhr und die Kids machten sich mit kleinen Augen und völlig kaputt auf den Heimweg.

 

Im Saal wurde es jetzt wieder hektisch – Tische rücken, Stühle tragen, Tischdecken ausbreiten und natürlich Aufbau der Kapelle. Die große Bühne im Bürgerhaus verwandelte sich rasch in ein geordnetes Chaos aus Instrumenten, Boxen, Mikros und jede Menge Kabeln. Der Soundcheck wurde kurzerhand zum Privatkonzert für die Kirmesgesellschaft, die dies mit hochgelegten, schmerzenden Füßen sichtlich genoss. Mit dem gemeinsamen Abendessen wurde der ruhige Teil des Tages beendet und alle Zeiger standen nun auf Kirmestanz. Pünktlich 19:30 Uhr wurden  die ersten Gäste begrüßt, die übrigens seit Jahren die ersten Gäste im Zelt/Saal sind. Zahlreiche weitere folgten und so konnte gegen 20:30 Uhr durch den Einmarsch der schmucken Kirmespaare der Abend eröffnet werden. Unsere Kirmesband Synchron lieferte wieder gute, tanzbare Musik, so dass die Fläche vor der Bühne den ganzen Abend über eigentlich nie verwaist dalag. Die MS KGI ankerte dort auch mal kurz, als die Melodie von „Aloha He“ erklang. Die Kirmesleute und einige Gäste bildeten am Boden sitzend ein laaaaaaanges Boot, was in der hawaiianischen See auf und ab schipperte. Auch mit dem Programm traf die Kirmesgesellschaft ins Schwarze. Frauen in Corsagen und Männer in grünen Strumpfhosen erfreuten das Publikum und zur Zugabe erweiterte sich die Männertanzgruppe spontan um 3 ehemalige Kirmesburschen, die es einfach nicht lassen können und jedes Jahr den Spaß mitmachen. Ruckzuck war es Mitternacht, der Kirmesgesellschaft erteilte der Kirmesvater „Marscherleichterung“, was die strengen Regeln bis zum Beginn der nächsten Veranstaltung lockerte. Die Stimmung war grandios, die Tanzbeine locker und am Ende des Abends die Hemden, Shirts und Kleider vollkommen durchgeschwitzt. Die Gäste mussten die Veranstaltung leider um 2 Uhr, nach ausgiebigen Zugaben der Band, schon verlassen, die Kirmesgesellschaft wohnte dem Abbau der Musiker noch bei und löschte die Lichter dann wieder im Morgengrauen.

 

Der Sonntag stand dann  ganz unter dem Motto „back to the roots“. 11 Uhr Treffpunkt Bürgerhaus – Ziel: McDonalds. Nach alter Kirmesmanier gab es Speis und Trank im Haus zum Güldenen M. Bei ausgelassener Stimmung und zum Leidwesen der anderen Mittagsgäste wurden die Erlebnisse der letzten beiden Tage ausgewertet, bevor es zum nächsten Punkt auf dem Plan ging – der Kirmesgottesdienst. Wieder im feinen Zwirn machte sich die Kirmesgesellschaft auf den Weg zur katholischen Kirche, wo die Burschen und Mädels schon von Pfarrer Dr. Gabel erwartet wurden. In seiner gewohnt lockeren Art feierte er mit der Gemeinde den Gottesdienst und ließ es sich nicht nehmen, seine Predigt als Kirmes-Rap vorzutragen. Mit heiter beschwingten Kirchenliedern wurde die Zeit nicht lang und schon setzte sich der ganze Tross wieder in Richtung Bürgerhaus in Bewegung.

 

Zum Tanztee hatte die Kirmesgesellschaft geladen und einige Junggebliebene sind dieser Einladung auch gefolgt. Bei Kaffee und Kuchen wurde zu passender Musik das Tanzbein geschwungen und die Jungs und Mädels in Strumpfhosen und Corsagen traten noch einmal auf die Bühne. Das Publikum hat es gefreut, der Nachmittag wurde als angenehm empfunden und mit vielen Dankesbekundungen der Gäste dann gegen 17 Uhr auch beendet.

 

Somit war der offizielle Teil der Kirmes 2017 Geschichte. Die Anzüge und Kleider wurden durch arbeitstaugliche Kleidung ausgetauscht und die routinierten Aufräumabläufe setzten ein. Plakate einsammeln, Kirmesinventar verräumen, allgemeine Putzarbeiten – nach einer guten Stunde war all dies auch erledigt und das gespannte Warten auf den Pizzamann setzte ein. Die Wartezeit wurde natürlich durch gute Getränke überbrückt, so dass der Abend dann einen langsamen, gehaltvollen Ausklang fand und die Lichter auch erst wieder spät in der Nacht gelöscht wurden.

 

Als Fazit kann gesagt werden: Platz ist in der kleinsten Hütte und Spaß darin gar riesengroß!!!! – die Entscheidung der Kirmesgesellschaft gegen ein Zelt und für den kleinen Saal ist durch die durchgängig gute Stimmung am Wochenende, seitens der Gesellschaft und der Gäste, bestätigt wurden und lässt für die Fortführung der Kirmestradition in Ichtershausen positiv hoffen.

 

Kirmesgesellschaft Ichtershausen e.V. 2017

Kirmesvater André Meckel mit Madeleine Wieden (vorn Mitte sitzend)

Alexander Loeck mit Lena Andreß (vorn rechts)

Robert Felkl mit Nancy Felkl (mitte rechts)

Kevin Schorr mit Katja Felkl (hinten rechts)

Norman Trinks mit Silvia Felkl (hinten 2.v.rechts)

Stefan Geißler mit Sindy Wailke (hinten mitte)

Tom Meckel mit Nadine Loff (hinten 2.v.links)

Marco Perlt mit Katja Merschel (hinten lnks)

Fabien Hänning mit Anika Wailke (vorn rechts)

Dirk Reise (nicht im Bild) mit Berit Thierfeldt (mittig)

Romana Urbach (mittig)

Ronny Baumbach (mittig)

Norman Günther (nicht im Bild)

Tommy Ritter (nicht im Bild)